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Haus der Wissenschaft, Potsdam
Diplomarbeit Sommersemester 2006
bei Prof. K.-H. Winkens, Prof. M. Loeffler
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Haus der Wissenschaft, Potsdam
Städtebauliches Konzept
Die „Potsdamer Mitte“ wird sich in Zukunft wesentlich verändern. Der Bau des Landtages auf dem Grundstück des alten Stadtschlosses bedingt den Abriss des Fachhochschulgebäudes in der Friedrich-Ebert Strasse. Das frei werdende Areal soll in Bezug auf die alte Blockstruktur neu bebaut werden. Als Repräsentanz der Potsdamer Hochschulen soll am Steubenplatz das „Haus der Wissenschaft“ entstehen. Das städtebauliche Konzept orientiert sich an den Blockrändern der historischen Bebauung, schafft jedoch mit nur einem Querriegel pro Block großzügigere Höfe. Die einzelnen Gebäude haben eine größere Grundfläche, um eine zeitgemäße und wirtschaftliche Bebauung mit Bürohäusern, Läden und Mehrfamilienhäusern zu ermöglichen. Das „Haus der Wissenschaft“ passt sich in den südlichen Block, gegenüber des Landtages ein. Es ist ein 3-flügeliges Gebäude, das sowohl den Blockrand als auch den größten Teil des Querriegels belegt. Die Gebäudeflügel werden durch das zwischengeschaltete Atrium und die Wintergärten miteinander vernetzt, die räumliche Gliederung erfolgt über die Ebenen.
Was kann ein „Haus der Wissenschaft“ in Potsdam leisten?
Das „Haus der Wissenschaft“ bietet eine sehr gute Möglichkeit, Potsdam in seiner Mitte als Hochschul- und Wissenschaftsstadt zu zeigen. Zusätzlich zu repräsentativen Zwecken wie Raum für Ausstellungen, Vorträge und Seminare muss das Haus aber auch belebt werden, es sollte also auch mindestens im gleichen Maße wie zur Zeit einen Anlaufpunkt für die Studierenden selbst darstellen. Dieses wird einerseits durch spezielle Nutzungen für Studenten und Studieninteressierte sowie durch die Integration des Service-Teils des Studentenwerks erreicht.
Raumprogramm
Das Gebäude wird über ein zentrales Atrium betreten. Hier führen Aufzüge in die oberen Etagen, aber auch langgezogene Treppen, die in das Innere des Gebäudes und auf die Erschließungsebenen führen. Im Erdgeschoss befindet sich das Cafe, welches direkt gegenüber des Steubenplatzes liegt, aber auch Zugang zum Hof bietet. Im Mittelflügel liegt der zweigeschossige Vortragsraum, der sowohl vom Erdgeschoss als auch über eine Galerie im 1. OG betreten werden kann. Durch seine Lage im Querriegel ermöglicht er Zugänge und auch Sichtkontakt zu den begrünten Innenhöfen. Außerdem befindet sich im Erdgeschoss einer der zwei Ausstellungsräume, welcher durch seine Lage am Platz die Tradition des „Schaufensters“ aufnimmt. Im 1. OG befindet sich ein zweiter Ausstellungsraum, durch diese Anordnung wird die problemlose Durchführung von zwei thematisch unabhängigen Ausstellungen gewährleistet. Hier sind auch die flexibel aufteilbaren Seminarräume untergebracht, welche die Möglichkeit bieten, interdisziplinäre Veranstaltungen abzuhalten, aber auch für das Studentenwerk nutzbar sind. Der mittlere Flügel des 2. OGs bietet Büroräume für das Studentenwerk, welches hier seinen Service-Point hat, Informationen zu studentischem Wohnen und eine private Wohnungsbörse bietet, Beratung zum Auslandsstudium und die Sozial- und psychologische Beratungsstelle. Die Job- und Praktikavermittlung wird in Zusammenarbeit mit Forschung und Wirtschaft ausgebaut. Der sich ebenfalls im 2. OG befindende Computerpool bietet Studenten die Möglichkeit, auf die Daten ihrer Hochschulserver zuzugreifen. Er vernetzt damit auch virtuell die Hochschulstandorte. Natürlich können auch Besucher die Möglichkeiten des Pools wahrnehmen, um zum Beispiel auf das Internet zuzugreifen. Schließlich gibt es hier eine Bibliothek, welche Besuchern und Studieninteressierten von Hochschulen und Forschung zur Verfügung gestellte Informationen bietet. Das 3. OG beherbergt Büros für das Studentenwerk, wie z.B. das BAFÖEGamt. Der restliche Teil des Geschosses wird rein studentisch genutzt, es gibt kleine Arbeitsräume, die abschließbar und für bestimmte Zeiträume zu mieten sind, z.B. für Diplomarbeiten oder „Pendler“ aus dem Umland, die aber trotzdem in Potsdam arbeiten möchten. Außerdem befinden sich hier flexibel aufteilbare größere Seminarräume, welche für studentische Organisationen wie z.B. die Asten, aber auch für Lerngruppen genutzt werden können. Das begrünte Dach, welches über die Treppen und Aufzüge zu erschließen ist, bietet die Möglichkeit zur Erholung und zum Genießen der Aussicht.
Energiekonzept
Durch die Einbindung in die Blockstruktur und die kompakte Bauform hat das Gebäude eine im Vergleich zum Volumen kleine Außenfläche, es erreicht ein A/V-Verhältnis von 0,18. Ein günstiges A/V-Verhältnis verringert den Transmissionswärmeverlust. Das begrünte Dach gibt der Stadt ein Stück Natur zurück und stellt in der Stadt ein qualitätvolles Freiflächenpotenzial dar. Es erhöht den Schallschutz und die Wärmedämmung des Daches und verbessert das Kleinklima um das Gebäude. Die Speicherung und Nutzung von Regenwasser mindert und verzögert den Ablauf und entlastet damit das Abwassersystem. Das Atrium dient zur kontrollierten Be- und Entlüftung und zur Belichtung der tiefer liegenden Räume. Die im Norden angeordneten Wintergärten dienen in Verbindung mit dem Atrium demselben Zweck, sie übernehmen aber auch die Funktion eines Wärmepuffers. Durch die großformatigen Öffnungen in der Fassade wird die Verwendung von Paneelen als einfassendes Element notwendig. In diese Paneele werden im Süden, Osten und Westen PV-Module integriert. Die Solarstromanlage wird als Netzverbundanlage mit Anschluss an das Versorgungsnetz betrieben, welches als Speicher dient.
Betonrecycling:
Der Bauschutt aus dem Abriss des FH-Gebäudes könnte bei entsprechender Qualität aufbereitet werden und als Zuschlagstoff in den tragenden Betonwänden oder vorgehängten Platten verwendet werden.
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